Finanz- und Wirtschaftsspiegel

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Bernanke zu unkonventionellen Maßnahmen bereit

Erscheinungsdatum Website: 27.08.2010 18:55:02
Erscheinungsdatum Publikation: 30.08.2010

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JACKSON HOLE (Dow Jones)--Der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank ist nach Aussage von Chairman Ben Bernanke bereit, falls erforderlich zusätzliche unkonventionelle Maßnahmen zur Stützung der Konjunkturerholung zu ergreifen. Laut vorab verbreitetem Redetext schränkte Bernanke am Freitag beim 34. Economic Policy Symposium der Federal Reserve Bank of Kansas City in Jackson Hole jedoch ein, dass sich das geldpolitische Gremium bisher noch nicht darauf geeinigt habe, was derartige Maßnahmen auslösen würde. Beobachter hatten angesichts der zuletzt schwachen US-Konjunkturdaten spekuliert, dass Bernanke weitere Wertpapierkäufe der Fed ankündigen könnte. Wörtlich sagte der Fed-Chairman laut Redetext: "Der Ausschuss ist bereit, falls erforderlich für eine zusätzliche geldpolitische Akkommodation zu sorgen, besonders für den Fall, dass sich der Ausblick deutlich eintrüben sollte.? So müsse besonders eine Deflation verhindert werden.

Allerdings sei derzeit kein hohes Deflationsrisiko zu erkennen, fügte er hinzu. Hinsichtlich der Konjunkturentwicklung sagte der Fed-Chairman, die US-Wirtschaft wachse im zweiten Halbjahr nur recht mäßig. Für 2011 und die Folgejahre sei allerdings eine Belebung zu erwarten. Bernanke verwies auf die verschiedenen Handlungsmöglichkeiten der US-Notenbank, die allerdings nicht nur Vor- sondern auch Nachteile beinhalteten. So würden weitere Käufe langlaufender Treasuries die finanziellen Bedingungen zusätzlich lockern, zugleich aber auch Risiken mit sich bringen. Als weitere Möglichkeit nannte Bernanke die Verlängerung des Niedrigzinsversprechens über den bisher von den Märkten erwarteten Zeithorizont hinaus. Als weniger effektiv bewertete er eine möglich Senkung des Zinssatzes, den die Fed auf Überschusseinlagen der Banken zahlt. "Alle diese Möglichkeiten müssen im Hinblick auf Vor- und Nachteile genau verglichen werden?, sagte Bernanke. Keine Unterstützung gibt es im FOMC Bernanke zufolge für eine weitere Möglichkeit, die Anhebung des Inflationsziels.

Viele Beobachter bezweifeln, dass zusätzliche Wertpapierkäufe die Wirtschaft weiter stimulieren würden, weil die Langfristzinsen bereits jetzt sehr niedrig sind. Allerdings könnte dies die einzige verbliebene Option sein, da sich Regierungen - darunter auch die der USA - weltweit gegen Steuersenkungen oder zusätzliche Ausgaben sperren. Volkswirte äußerten sich verhalten positiv über den stark beachteten Auftritt des US-Notenbanchefs. "Die Märkte gehen mit einer gewissen Erleichterung ins Wochenende, aber wirklich entspannen können sie sich angesichts dieser Rede nicht?, urteilte ING-Volkswirt Rob Carnell.

DJG/DJN/hab/kth

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