Euro Intern

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KONJUNKTUR IM BLICK/Euroraum-Wirtschaft wächst im 1. Quartal
Erscheinungsdatum Website: 07.05.2010 14:55:02
Erscheinungsdatum Publikation: 10.05.2010
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Wirtschaft des Euroraums dürfte im ersten Quartal vor allem dank einer Erholung der Industrieproduktion leicht gewachsen sein, nachdem im Schlussquartal 2009 lediglich eine Stagnation verzeichnet worden war. Darauf deutet vor allem der starke Anstieg der entsprechenden Einkaufsmanagerindizes hin. Allerdings warnen manche Beobachter davor, diese Entwicklung allzu mechanisch bei der Prognose des Bruttoinlandsprodukts (BIP) einzusetzen. Bremsend dürften in den ersten drei Monaten des Jahres die witterungsbedingt schwache Bauwirtschaft, der Konsum sowie ein rückläufiger Handelsbilanzüberschuss gewirkt haben.
Regional lässt sich als Schwachpunkt die deutsche Bauwirtschaft herausgreifen, die besonders stark unter der harten Winterwitterung gelitten hat. Auch beim Konsum dürfte Deutschland auf der Bremse gestanden haben, während Frankreich vor allem wegen der traditionell starken Inanspruchnahme von Dienstleistungen erneut gewachsen sein dürfte. Der Beitrag des europäischen Außenhandels zum Wachstum ist noch ungewiss. In den ersten beiden Monaten des ersten Quartals war der nominale Handelsbilanzüberschuss des Euroraums niedriger als im vierten Quartal 2009. Veröffentlicht werden die Wachstumsdaten am Mittwoch.
Richtungsweisend für die Eurozone sind naturgemäß die Entwicklungen in ihrer größten Volkswirtschaft, in Deutschland. Hier hat es zuletzt Hoffnungszeichen gegeben. So stieg die Produktion im produzierenden Gewerbe im März gegenüber dem Vormonat um satte 4%, erwartet worden war nur ein Zuwachs von knapp 2%. Damit steht für das erste Quartal ein Plus von 0,8% zu Buche. "Durch diesen Produktionszuwachs ist die Wahrscheinlichkeit deutlich gestiegen, dass das BIP im ersten Quartal zumindest nicht geschrumpft ist", sagte Alexander Krüger, Volkswirt beim Bankhaus Lampe. Die deutschen BIP-Daten werden am Mittwoch um 8.00 Uhr veröffentlicht.
Für Frankreich erwarten Volkswirte überwiegend einen BIP-Anstieg, der erneut von der Konsumfreude der Franzosen getragen gewesen sein dürfte. So hat das Auslaufen der Pkw-Abwrackprämie nach Einschätzung von BNP Paribas zwar das Wachstum belastet, doch sollte schon der kräftige Dienstleistungskonsum für einen erneut positiven Wachstumsbeitrag gesorgt haben. Für die gesamte Eurozone ist dagegen nur mit einer Konsumstagnation zu rechnen. In den Folgequartalen könnte sich die Lage angesichts der vielerorts schwachen Arbeitsmärkte und anstehender Haushaltskonsolidierungsprogramme noch verschlechtern.
Frankreichs BIP-Ausweis wird am Mittwoch um 8.45 Uhr veröffentlicht, Spaniens folgt um 9.00 Uhr, Italiens um 10.00 Uhr und jener des Euroraums um 11.00. Wichtige Orientierungshilfen für die nationalen BIP-Ausweise wird es bereits zu Wochenbeginn geben, zum Beispiel die deutsche Handelsbilanz (Montag 8.00 Uhr), sowie am gleichen Tag die französische (8.45 Uhr) und die italienische (10:00) Industrieproduktion.
Allerdings könnten sich die Reaktionen auf die europäischen BIP-Daten angesichts der derzeitigen Staatsschuldenkrise in Grenzen halten. Für die Zukunft der europäischen Wirtschaft sind die Entwicklungen in Griechenland von so großer Bedeutung, dass die Freude über eine unerwartet gute BIP-Entwicklung in den ersten drei Monaten des Jahres von kurzer Dauer sein dürfte.
Hans Bentzien
DJG/hab/apo

