Euro Intern

"Euro Intern" enthält neben umfassenden Informationen zur Geldpolitik in der Eurozone und der EU auch wichtige Hintergrundinfos und Analysen mit Charts von EZB-Beobachtern.
Trichet: Griechenland braucht mehrjährige Hilfe
Erscheinungsdatum Website: 30.04.2010 19:00:02
Erscheinungsdatum Publikation: 03.05.2010
MÜNCHEN (Dow Jones)--Griechenland ist nach Aussage von Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), auf ein mehrjähriges Hilfsprogramm angewiesen. ?Ich will die gegenwärtig in Athen laufenden Ver-handlungen nicht kommentieren. Sie müssen in ein mutiges, umfassendes und überzeugendes mehrjähriges Programm münden?, sagte Trichet laut vorab ver-breitetem Redetext in München. Trichet sagte weiter, er sei zuversichtlich hin-sichtlich der Resultate, die die Diskussionen zwischen griechischer Regierung, EU-Kommission, EZB und Internationalem Währungsfonds (IWF) bringen wür-den. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten bereits im März zugesagt, Griechenland im ersten Jahr eines Hilfsprogramms mit 30 Mrd EUR zu unterstüt-zen. Rund 8,4 Mrd EUR hiervon dürften aus Deutschland kommen. Grund sind anstehende Anleihefälligkeiten, deren Ablösung Griechenland wegen hoher Ren-dite-Aufschläge nicht mehr fi nanzieren kann. Der EZB-Präsident suchte die Schuld hierfür vor allem bei Griechenland selbst. ?Die griechische Volkswirtschaft ist wegen fi skalischer Verantwortungslosigkeit und der Nichtbeachtung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit besonders anfäl-lig für das Schwinden der Zuversicht gewesen?, sagte Trichet. Allerdings hät-ten beim Anstieg der Spreads auch Wetten auf immer höhere staatliche Risiken eine Rolle gespielt. Der EZB-Präsident verwies darauf, dass die für Griechenland in Aussicht genommene Hilfe nicht alleine diesem Land, sondern der gesamten Eurozone diene, weil sie die Risiken für die Finanzstabilität minderten. Zudem handele es sich nicht um einen Mitteltransfer, sondern um Kredite, die mit Kos-ten verbunden seien. Für die Zukunft forderte der EZB eine rigorose Anwendung des Stabilitätspakts, die auch frühe Interventionen beinhalten müsse.
DJG/hab/3.5.2010

