Märkte der Welt

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Eisen- und Kupferpreise gehen durch die Decke

Erscheinungsdatum Website: 04.02.2021 09:20:03
Erscheinungsdatum Publikation: 05.02.2021

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Alles hängt an China / Eine Analyse von Credendo

BRÜSSEL (NfA)--Der Hauptbestandteil für die Stahlherstellung - Eisenerz - war das Kapital, in das investiert werden musste, um während der Pandemie gute Renditen zu erzielen. Es litt kaum unter dem Nachfragerückgang zu Beginn des Jahres 2020 und sein Preis ist in den letzen zwei Monaten buchstäblich explodiert. Ähnlich ist die Lage bei Kupfer.

Eisen kostete Mitte Januar über 160 US-Dollar pro Tonne und damit etwa ein Drittel mehr als Anfang Dezember und etwa 50% mehr als im Durchschnitt des Jahres 2020, der bereits außergewöhnlich hoch war. Die Hauptgründe für diese Bewegung sind einerseits die geringere Eisenerzproduktion als erwartet und andererseits der Anstieg der chinesischen Nachfrage.

Die Produktion war beeinträchtigt und wuchs langsamer als erwartet (insbesondere in Brasilien), was darauf hindeutet, dass die Nachfrage nicht vollständig befriedigt werden konnte. Die Wiederaufnahme der Bergbautätigkeiten im letzten Quartal 2020 konnte dies nur teilweise kompensieren. Die weltweite Jahresproduktion lag nur 4% über der von 2019.

Die Nachfrage wird vor allem von China getrieben, wo massive Investitionen in die Infrastruktur die Stahlnachfrage antreiben. Die starke Nachfrage aus China ist gleichzeitig ein Risiko, das dem Eisenerzmarkt zugrunde liegt, denn die Abhängigkeit von der Volksrepublik, die etwa 75% der weltweiten Nachfrage ausmacht, ist enorm. Eine nachlassende Konjunktur im Reich der Mitte würde die gesamte Branche treffen.

Wie bei Eisenerz ist auch der Kupferpreis seit Beginn der Pandemie stark gestiegen. Er liegt gegenwärtig fast drei Viertel über dem Tief vom März 2020. Genau wie bei Eisenerz ist Chinas rasche Erholung der Haupttreiber für den Anstieg. Aber anders als bei Eisenerz muss man über China hinausblicken. In der Tat dürften die in den USA und in Europa angekündigten Konjunkturausgaben die Nachfrage nach Kupfer über zwei Kanäle weiter ankurbeln, nämlich die Nachfrage der privaten Haushalte nach kupferintensiven Konsumgütern (etwa Elektrofahrzeuge oder IT-Güter) und die Ausgaben für Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien.

Daher wird erwartet, dass der Kupferpreis im Gegensatz zu Eisenerz langfristig hoch bleibt, zumal die Lagerbestände auf der ganzen Welt leer sind und die Produktion von Minen begrenzt ist. Einige Marktanalysten erwarten sogar einen noch stärkeren Preisanstieg bis der Markt ausgeglichen ist.

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