Chemie Aktuell

Die Leser des Newsletters "Chemie Aktuell" werden täglich über alle wichtigen Themen der Chemie-, Kautschuk und Umweltindustrie informiert. Im geschlossenen Online-Bereich können Abonnenten zudem noch weitere Nachrichten zur Branche einsehen, die täglich sukzessive aktualisiert werden.

Bundesregierung stellt Fortschritte in Energie- und Klimapolitik fest

Erscheinungsdatum Website: 03.02.2021 17:40:03
Erscheinungsdatum Publikation: 04.02.2021

zurück zur Übersicht

BERLIN (Dow Jones)--Die Bundesregierung hat Fortschritte bei der Umsetzung der Energiewende betont. Das Bundeskabinett beschloss in Berlin den 8. Monitoring-Bericht zur Energiewende, der den Stand der Umsetzung der Energiewende in den Berichtsjahren 2018 und 2019 darstellt, wie das Bundeswirtschaftsministerium erklärte. "Die Energiewende kommt in vielen Handlungsfeldern deutlich voran und liegt insgesamt auf Erfolgskurs", resümierte das Ministerium. Die erneuerbaren Energien trügen immer stärker zur Stromversorgung in Deutschland bei. So habe der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch 2019 bei 42 Prozent und 2020 bereits bei rund 46 Prozent gelegen.

Auch die Treibhausgas-Emissionen seien 2019 weiter gesenkt worden. Obgleich noch keine endgültigen 2020er Zahlen vorliegen, setze "sich dieser positive Trend von 2019 nach ersten Abschätzungen auch 2020 fort". Die Stromerzeugung aus Kohle sinke erneut deutlich, und damit gingen auch die energiebedingten CO2-Emissionen zurück. Das Klimaziel 2020, bei dem vor wenigen Jahren eine Lücke von 5 bis 8 Prozentpunkten prognostiziert worden sei, werde nun voraussichtlich mit einer Minderung der Treibhausgasemissionen von mehr als 40 Prozent gegenüber 1990 sogar übertroffen.

Selbst unter Berücksichtigung von Effekten der Corona-Pandemie gehe der Erfolgskurs der Energiewende auch 2020 weiter. Weitere Anstrengungen bedürfe es hingegen im Bereich Energieverbrauch und Effizienz, insbesondere im Verkehrssektor. Die Bundesregierung verabschiedete in dem Kontext einen Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote). Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft betonte, das Vorhaben, dass die THG-Quote im Verkehr von derzeit 6 auf 22 Prozent im Jahr 2030 ansteige, sei ein wichtiger Baustein für mehr Klimaschutz im Verkehr, müsse aber bei den Parlamentsberatungen nachgebessert werden.

Der Deutsche Bauernverband bewertete den Kabinettsbeschluss für höhere Treibhausgasminderungsquoten im Verkehr als brauchbare Grundlage für die weitere Entwicklung bei Biokraftstoffen, mahnte dabei aber deutliche Nachbesserungen an. Neue Chancen ergäben sich unter anderem für die Nutzung von Gülle und Stroh für Biokraftstoffe, erklärte der stellvertretende Generalsekretär des DBV, Udo Hemmerling. "Notwendig ist jedoch eine frühere und stärkere Anhebung der THG-Quote schon in 2021/2022." Auch wandte er sich gegen eine Mehrfachanrechnung der Elektromobilität.

chem

zurück zur Übersicht