Finanz- und Wirtschaftsspiegel

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Weltweite Turbulenzen zeigen Auswirkung auf deutschen Außenhandel

Erscheinungsdatum Website: 09.08.2019 16:15:06
Erscheinungsdatum Publikation: 12.08.2019

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BERLIN (Dow Jones)--Die deutsche Wirtschaft hat angesichts der jüngsten Exportentwicklung eine Reaktion der Bundesregierung auf die verschlechterte Wirtschaftslage wegen der Bedrohungen aus dem weltwirtschaftlichen Umfeld angemahnt. "Die Halbjahresbilanz fällt für die deutschen Exporteure äußerst mager aus", sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Holger Bingmann. Die weltweiten politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen zeigten jetzt ihre Auswirkung. "Umso wichtiger ist es jetzt, einen kühlen Kopf zu bewahren und keine Krise herbeizureden", forderte er.

Das Geschäft sei in allen Regionen zuletzt rückläufig gewesen. Nach den ersten sechs Monaten wiesen die Exporte lediglich ein geringes Wachstum von 0,5 Prozent auf und lägen damit "noch unter unseren ohnehin bescheidenen Erwartungen". Bislang hätten die Außenhändler die vielen bestehenden Risiken gut abfedern können. Es zeichne sich jedoch immer deutlicher ab, "dass dies nicht über das gesamte Jahr gelingen wird". Die Bundesregierung forderte Bingmann dazu auf, "Akzente" zu setzen und beispielsweise eine längst überfällige Unternehmenssteuerreform auf den Weg zu bringen.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bezeichnete den Dämpfer der Ausfuhren im Juni als "nicht überraschend". Im gesamten ersten Halbjahr seien die deutschen Exporte auf der Stelle getreten. "Die konjunkturelle Lage droht noch schlimmer zu werden", warnte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Die eskalierenden Handels- und Währungskonflikte vergrößerten die Unsicherheit in der Wirtschaft. Das bremse den Außenhandel und trübe das weltwirtschaftliche Wachstum erheblich.

Eine Besserung der Lage zeichnet sich derzeit nicht ab. Umso wichtiger sei es, "dass die Bundesregierung jetzt zeigt, dass sie die Zeichen der Zeit erkennt". Der Staat solle rasch alle Priorität darauf legen, Investitionen und Innovationen anzukurbeln, forderte Lang. "Es wäre fahrlässig, jetzt keine Kurskorrektur vorzunehmen." Vorhandene Überschüsse müssten stärker für Investitionen genutzt werden.

Die deutsche Wirtschaft hat nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts im Juni kalender- und saisonbereinigt um 0,1 Prozent geringere Exporte verzeichnet. Verglichen mit dem Vorjahresmonat lagen die Ausfuhren um 8,0 Prozent niedriger. Die Importe stiegen gegen Vormonat um 0,5 Prozent, fielen auf Jahressicht aber um 4,4 Prozent. Daraus ergab sich ein bereinigter Außenhandelsüberschuss von 18,1 Milliarden Euro.

DJG/ank/bam

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