Nachrichten für Außenhandel (NfA)

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"Nachrichten für Außenhandel (NfA)" – die einzige deutschsprachige Tageszeitung für die gesamte Außenwirtschaft bietet einen schnellen und strukturierten Überblick über die wichtigsten Entwicklungen auf den internationalen Wachstumsmärkten.

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Europa: Mehr Insolvenzen in der Eurozone

Erscheinungsdatum Website: 09.07.2019 15:45:26
Erscheinungsdatum Publikation: 10.07.2019

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Dramatische Zunahme in der Türkei

KÖLN (NfA)--Atradius zufolge werden die weltweiten Insolvenzen in diesem Jahr erstmals seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise wieder steigen. Als Ursache führt der Kreditversicherer vor allem zunehmende Belastungen für internationale Geschäfte durch die Handelskonflikte an. In der Folge prognostiziert Atradius 2% mehr Firmeninsolvenzen als im Jahr zuvor. Am stärksten dürfte sich das Forderungsrisiko dabei in den Volkswirtschaften Westeuropas erhöhen: Mit 3% gegenüber dem Vorjahr steigen die Pleiten hier stärker als in der Asien-Pazifik-Region (2%) und Nordamerika (1).

?Einer der größten Risikofaktoren ist die enorm gestiegene Verschuldung vieler Unternehmen seit der Finanz- und Wirtschaftskrise. Dies sorgt für immer mehr Unsicherheiten, je länger der aktuelle Kreditzyklus andauert?, sagt Thomas Langen, Senior Regional Director Deutschland, Mittel- und Osteuropa von Atradius. Zwar habe sich der Ausblick für die Weltwirtschaft zur Jahresmitte etwas erholt, und die kurzfristigen Finanzierungsrisiken seien gesunken, nachdem die US-Notenbank die Straffung ihrer Geldpolitik vorerst unterbrochen habe. Die anhaltenden handelspolitischen Konflikte trübten jedoch den Wirtschaftsausblick und erhöhten die Unwägbarkeiten, betonte er.

In seinem aktuellen Wirtschaftsausblick rechnet Atradius in Westeuropa in diesem Jahr mit der ersten Zunahme der Insolvenzen seit sechs Jahren. Grund dafür sei die sich abkühlende Konjunktur aufgrund einer sich verschlechternden Exportnachfrage. So steigt die Zahl der Insolvenzen in Deutschland (2% gegenüber 2018), Österreich (2), Frankreich (3) und Belgien (2). Für Italien geht Atradius von einem moderaten Rückgang der Wirtschaftsleistung aus, in dessen Folge es bis zu 6% mehr Pleiten geben dürfte.

Auch außerhalb der Eurozone werden die Insolvenzen in Europa zunehmen. Den von allen Ländern stärksten Anstieg erwartet Atradius mit 10% in der Türkei vor dem Hintergrund der schrumpfenden Wirtschaftsleistung. Dabei hat sich die Prognose der Risikoanalysten für den Bosporus in den vergangenen Wochen sogar noch leicht verbessert, da die Regierung die staatlichen Banken drängt, die Finanzierungskonditionen für Unternehmen aufrechtzuerhalten und weitere Schritte eingeleitet hat, die Umschuldungen erleichtern sollen. Das Forderungsrisiko bei Exporten in das Land bleibt dennoch ausgesprochen hoch.

Verschlechtert hat sich auch die Prognose für Großbritannien: Ende vergangenen Jahres ging Atradius noch von einem Anstieg der Firmenpleiten um 4% aus, mittlerweile lautet die Prognose auf 7% für das laufende Jahr. Die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Brexit sorgt unter anderem für die Verschiebung von Investitionen. Dies wirke sich vor allem negativ auf die KMU aus.

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