Nachrichten für Außenhandel (NfA)

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"Nachrichten für Außenhandel (NfA)" – die einzige deutschsprachige Tageszeitung für die gesamte Außenwirtschaft bietet einen schnellen und strukturierten Überblick über die wichtigsten Entwicklungen auf den internationalen Wachstumsmärkten.

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Deutschland: Die Exporte legen überraschend kräftig zu

Erscheinungsdatum Website: 08.07.2019 16:00:53
Erscheinungsdatum Publikation: 09.07.2019

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BGA-Chef appelliert an Brüssel und das Europaparlament

BERLIN/WIESBADEN (Dow Jones)--Die deutschen Exporte haben sich im Mai kräftig erholt. Anders als im Vormonat war keine Bremswirkung durch die schwelenden Handelskonflikte und die anhaltenden Brexit-Sorgen spürbar. Die Ausfuhren kletterten kalender- und saisonbereinigt um 1,1% gegenüber dem Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im April war noch ein Minus von revidiert 3,4% verbucht worden. Im Vergleich zum Vorjahr lagen die Exporte um 4,5% höher.

Die Importe gingen im Mai allerdings um 0,5 nach 0,9% im April. Auf Jahressicht ergab sich eine Zunahme um 4,9%. Daraus folgt, dass der Überschuss 18,7 Mrd Euro ausmachte - deutlich mehr als von Ökkonomen erwartet. Das Plus in der Leistungsbilanz betrug nach vorläufigen Berechnungen der Bundesbank 16,5 Mrd Euro - die Volkswirte waren von 12,6 Mrd ausgegangen.

Besonders gut lief das Exportgeschäft mit den Drittstaaten, zu denen China, Russland, Brasilien und die USA zählen. Die Ausfuhren dorthin stiegen im Mai um 10,4%. Auch im Geschäft mit den Eurozone-Staaten errechnete sich mit 3,8% ein deutliches Plus. Dagegen sanken die Exporte in die anderen EU-Länder wie Großbritannien und Polen, um 4,8%.

?Der Außenhandel zieht zu Beginn des Sommers wieder an", lautet das Fazit von BGA-Präsident Holger Bingmann. Das gute Ergebnis werde allerdings überschattet von der anhaltend negativen Entwicklung bei den Auftragseingängen, wird er in einer Mitteilung seines Hauses zitiert. Es sei damit zu rechnen, dass die konjunkturelle Abkühlung "Fahrt aufnehmen wird?.

Er wies in seiner Stellungnahme zu den Wiesbadener Zahlen darauf hin, dass die politische Situation in der Welt nach wie vor "alles andere als stabil" sei. "Umso wichtiger ist es jetzt, die vakanten Spitzenpositionen in der EU zügig zu besetzen, damit Europa international als geeinte Macht auftreten und die nötigen Reformen angehen kann", mahnte er. Das europäische Parlament solle die zügig bestätigen.

Als "Lichtblick" sieht der BGA-Chef das deutliche Plus beim Handeln mit den Drittländern. Allerdings verunsicherten die "ständigen Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump den Welthandel regelmäßig". Bingmann nannte mögliche Zölle auf chinesische oder europäische Produkte und die Drohungen gegen den Iran. "In dieser Atmosphäre kann der weltweite Handel nicht sein eigentliches Potenzial entfalten." Deshalb sei es umso wichtiger, die Handelsabkommen mit dem Mercosur und Vietnam schnellstmöglich zu ratifizieren, damit die regelbasierte Handelspolitik gestärkt werde, forderte der BGA-Chef Bingmann abschließend.

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