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Evotec lagert Krebsforschung aus

Erscheinungsdatum Website: 08.07.2019 14:20:02
Erscheinungsdatum Publikation: 09.07.2019

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HAMBURG (Dow Jones)--Evotec wird die Forschung im Bereich Krebstherapien in eine separate Gesellschaft abspalten und holt zur Finanzierung einen Partner an Bord. Das Spin-off-Unternehmen Breakpoint Therapeutics GmbH wird auf die Entwicklung von Evotecs Portfolio im Bereich DNA-Schadensantwort (engl. DNA damage response, DDR) fokussiert sein, das frühphasige Entwicklungsprojekte mit breiter therapeutischer Anwendbarkeit in verschiedenen Krebsarten umfasst, wie die Hamburger Gesellschaft mitteilte.

Das Geld für die Finanzierung von 30 Mio Euro stelle ein Investorenkonsortium, das aus Medicxi, einem Investmentunternehmen mit Schwerpunkt im Lifescience-Bereich, Taiho Ventures, dem Venture-Capital-Zweig von Taiho Pharmaceutical, und Evotec bestehe. Evotec werde weniger als 50% des neuen Unternehmens besitzen.

Breakpoint Therapeutics werde sich zunächst auf die Entwicklung mehrerer bei Evotec initiierter Wirkstoffentwicklungsprogramme konzentrieren. Ziel sei es, frühphasige Forschungsprojekte schnell durch die frühen Forschungs- und die präklinischen Entwicklungsphasen zu bringen und 2022 ein erstes neues Prüfpräparat anzumelden.

"Medikamente, die die DNA-Schadensantwort modulieren, sind ein vielversprechender Ansatz, um vielen Patienten zu helfen, die auf aktuell verfügbare Therapien nicht ansprechen. Tatsächlich gehört die Modulation der DNA-Schadensantworten zu den aufregendsten neuen Ansätzen, um die Erfolgsrate von Krebstherapien zu verbessern", sagte Daniel Speidel, Geschäftsführer von Breakpoint Therapeutics.

DNA-Schadensantworten sind Signalwege, mithilfe derer Zellen Schäden an ihrer DNA erfassen und auf diese reagieren. Die meisten aktuellen Krebstherapien, einschließlich Bestrahlung und Chemotherapie, verursachen Schäden am Erbgut und haben das Ziel, dadurch den Tod von Krebszellen herbeizuführen. Viele Krebszellen weisen jedoch genetische Veränderungen der DDR-Signalwege auf. Diese Änderungen ermöglichen es ihnen, der Wirkung bestehender Therapien zu widerstehen. Allerdings können diese Änderungen Zellen auch exquisit und selektiv empfindlich für Medikamente machen, die DDR-Signalwege modulieren. chem

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