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Fiat Chrysler von US-Vertriebschef verklagt

Erscheinungsdatum Website: 06.06.2019 16:45:08
Erscheinungsdatum Publikation: 07.06.2019

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DETROIT (Dow Jones)--Fiat Chrysler wird von einem hochrangigen Manager aus den eigenen Reihen im Streit um angeblich frisierte Absatzzahlen verklagt. US-Vertriebschef Reid Bigland wirft dem Konzern vor, sein Gehalt als Strafe für seine Kooperation bei den Ermittlungen der Behörden massiv gekürzt zu haben. Wie aus der eingereichten Klage hervorgeht, soll sein Lohn als Folge der Kooperation mit der SEC um 90% gekappt worden sein.

Die Börsenaufsicht SEC und das US-Justizministerium haben offizielle Ermittlungen eingeleitet um festzustellen, ob Fiat Chrysler die monatlichen Absatzzahlen manipuliert habe, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die SEC und das US-Justizministerium waren kurzfristig für einen Kommentar nicht zu erreichen.

Der italienisch-amerikanische Konzern erzielte nach der massiven Schwäche auf dem Automarkt viele Monate in Folge rasante Verkaufszuwächse, die viele Beobachter erstaunte. Erste Fragen zu den Verkaufszuwächesen kamen 2016 auf, als eine Händlergruppe Klage einreichte und dem Autokonzern vorwarf, dass Fiat Chrysler seinen Händlern Geldzahlungen angeboten habe, damit diese falsche Angaben über die Anzahl tatsächlich verkaufter Fahrzeuge machen sollten.

Nachdem die SEC und das US-Justizministium die Ermittlungen 2016 eingeleitet haben, korrigierte der Konzern seine Verkaufszahlen für viele Jahre. Das erste Mal nach 75 Monaten berichtete Fiat Chrysler dann über geringere Autoverkäufe. Auf Basis der damals angepassten Verkaufswerte sank der Absatz schon im September 2013 - und damit drei Jahre eher als ursprünglich ausgewiesen.

Bigland, der viele Jahre für Chrysler gearbeitet hat, übernahm im Jahr 2011 die Vertriebsleitung in den USA. Ein Anwalt des Managers bestätigte, dass er weiterhin im Unternehmen arbeite. Zuvor hatte die Detroit News über die sogenannte Whistleblower-Klage des Managers berichtet.

Fiat Chrysler erklärte schriftlich, dass die Vergütung von Bigland, wie die anderer leitender Angestellter, vom Board festgelegt werde. Zudem sei die Bezahlung auch Bestandteil der Untersuchungen der SEC und des US-Justizministeriums.

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