Maschinen & Fahrzeuge

"Maschinen & Fahrzeuge" - Schon am Vorabend wissen Sie, was am nächsten Morgen die Branche bewegt 

Neue dynamische Märkte, vor allem in den Boomregionen Asiens und Osteuropas, gewinnen für den deutschen Automobil- und Maschinenbau zunehmend an Bedeutung. 

Leoni hofft nach schwachem Quartal auf Besserung

Erscheinungsdatum Website: 15.05.2019 16:05:04
Erscheinungsdatum Publikation: 16.05.2019

zurück zur Übersicht

NÜRNBERG (Dow Jones)--Der Kabelhersteller Leoni ist im ersten Quartal tief in die Verlustzone gerutscht und hat auch beim Umsatz Abstriche hinnehmen müssen. Die Nürnberger sehen jetzt die Talsohle als erreicht an, prüfen allerdings ihre "Optionen" zur Deckung des Kapitalbedarfs.

Sondereffekte belasteten das Konzernergebnis im ersten Quartal einmalig mit insgesamt 102 Mio Euro. Die Neubewertung des Auftrags-Portfolios und der Marktperspektiven hätten eine Abwertung von Vermögenswerten von 67 Mio Euro sowie Rückstellungen von 35 Mio erforderlich gemacht, im Wesentlichen für künftig erwartete Verluste aus bestehenden Aufträgen, die über einen mehrjährigen Zeitraum liquiditätswirksam werden können, teilte Leoni mit.

Höhere Personal- und Frachtkosten zur Sicherstellung des Projektanlaufs im neuen Produktionsstandort in Mexiko belasteten zusätzlich mit 37 Mio Euro. Leoni erwartet einen weiteren negativen Ergebniseffekt von rund 20 Mio Euro, der weitestgehend im zweiten Quartal anfallen soll. Das Ebit des ersten Quartals sank entsprechend auf minus 125 Mio von plus 63 Mio Euro vor Jahresfrist. Bereinigt um die Sonderposten blieb das Ebit im Vergleich zum Vorquartal mit 14 Mio Euro stabil.

Der freie Cashflow lag zum Abschluss des ersten Quartals bei minus 313 Mio Euro nach minus 111 Mio vor einem Jahr. Leoni erwartet aber, bei Ergebnis und Cash-Verbrauch die Talsohle erreicht zu haben und sich im weiteren Jahresverlauf im Vergleich zum ersten Quartal bei Ergebnis und insbesondere freiem Cashflow spürbar zu verbessern. Zudem ist geplant, im kommenden Geschäftsjahr vor den Effekten aus dem Umbauprogramm Value 21 einen neutralen Free Cashflow sowie einen positiven Beitrag zum Konzern-Ergebnis aus der Bordnetzsparte zu erzielen.

Zum 31. März wies das Unternehmen eine verfügbare Liquidität in Höhe von 740 Mio Euro (Ende Dezember 2018: 1 Mrd Euro) aus. Vor allem in Hinblick auf den Refinanzierungsbedarf prüft Leoni nun "alle Optionen", um seine langfristige Finanzierungsbasis zu sichern. Aufgrund des Quartalsverlustes und einer rechnungslegungsbedingten Bilanzverlängerung fiel die Eigenkapitalquote auf 25,2 von 31,2% per Ende 2018.

Das Ebit des Bordnetz-Bereichs ging im Quartal auf minus 139 Mio Euro zurück von plus 42 Mio vor Jahresfrist. Im Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions verringerte sich der Umsatz im ersten Quartal 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4% auf 469 Mio Euro (von 486 Mio).

zurück zur Übersicht