Finanz- und Wirtschaftsspiegel

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Bundesbank: 16 Brexit-Banken haben Banklizenz bereits oder in Aussicht

Erscheinungsdatum Website: 11.02.2019 17:35:08
Erscheinungsdatum Publikation: 12.02.2019

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FRANKFURT (Dow Jones)--Die Deutsche Bundesbank ist mit dem Stand der Brexit-Vorbereitung der in Deutschland tätigen britischen Banken zufrieden. In einer Stellungnahme für den Finanzausschuss des Bundestags heißt es, die meisten in Großbritannien ansässigen Kredit- und Finanzdienstleistungsunternehmen hätten die nach dem Brexit notwendige Lizenz für ihre im Euroraum beheimateten Einheiten erhalten oder würden diese absehbar bis zum 29. März bekommen. "Für Deutschland sind dies 16 Banken, die Geschäfte nach Deutschland verlegen oder bereits vorhandenes Geschäft stark ausbauen", schreibt die Bundesbank.

Der Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Felix Hufeld, hatte Mitte Januar von 45 Finanzinstituten gesprochen, die dabei seien, ihre Präsenz in Deutschland neu zu etablieren oder signifikant zu stärken. Diese Zahl enthält jedoch nicht nur Banken, sondern auch andere Dienstleister, deren unterschiedliche Aktivitäten teilweise extra gezählt werden.

Allerdings sieht die Bundesbank auf Seiten der Kunden der genannten 16 Banken Nachholbedarf, was deren Anpassungsmaßnahmen an einen ungeordneten EU-Austritt Großbritanniens anbelangt. "Kunden und EU-Institute müssen die erforderlichen vertraglichen Anpassungen für Neugeschäft in der EU leisten, sofern die Vertragsbeziehung bisher im Vereinigten Königreich lag", merkt die Bundesbank an. Nur wenn Banken und ihre Kunden einen vertraglichen und technisch-organisatorischen Rahmen für neue Geschäfte geschaffen hätten, könnten Reibungen vermieden oder begrenzt werden.

Laut Bundesbank ist für die deutsche Wirtschaft auch künftig die Versorgung mit Finanzdienstleistungen grundsätzlich gesichert, weil der größte Teil der Produkte auch nach einem Brexit auf dem Kontinent verfügbar sein dürfte. Sie warnt allerdings auch: "Durch eine geringere Marktbreite und -tiefe können zumindest in einer Übergangsphase zusätzliche Kosten entstehen, da sich die Liquidität auf zwei Märkte aufteilt."

DJG/hab/apo

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