Nachrichten für Außenhandel (NfA)

Teaserbild 'Nachrichten für Außenhandel (NfA)'

"Nachrichten für Außenhandel (NfA)" – die einzige deutschsprachige Tageszeitung für die gesamte Außenwirtschaft bietet einen schnellen und strukturierten Überblick über die wichtigsten Entwicklungen auf den internationalen Wachstumsmärkten.

Die NfA liefert hochwertige und praxisrelevante Hintergrundinformationen, ausführliche Analysen und Bewertungen -  deutlich umfassender als in der Wirtschaftstagespresse. Im Fokus stehen die deutschen Exportbranchen mit Schwerpunkt auf Investitionsgütern

Europa: Vorteile für Deutschland - Japan-Vertrag tritt heute in Kraft

Erscheinungsdatum Website: 31.01.2019 16:46:56
Erscheinungsdatum Publikation: 01.02.2019

zurück zur Übersicht

BDI warnt vor einem Scheitern des Singapur-Abkommens

TOKIO (NfA)--Die AHK Japan erwartet mit dem Inkrafttreten des Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen Japan und der Europäischen Union am heutigen Freitag einen deutlichen Aufschwung des bilateralen Handels. Der Vertrag stellt 97% der EU-Exporte nach Japan zollfrei und beseitigt nicht-tarifäre Handelshürden.

"Deutsche Unternehmen werden zu den größten Nutznießern des Abkommens gehören", erklärte Marcus Schürmann, Delegierter der Deutschen Wirtschaft und Geschäftsführer der Kammer. Die Zahl der aktuell rund 12.000 deutschen Unternehmen im Japan-Geschäft werde in den nächsten Jahren um einen zweistelligen Prozentsatz wachsen, weil das Abkommen gerade der deutschen Wirtschaft viele Vorteile bringe.

Der Mitteilung zufolge eröffnen sich Absatzchancen in jenen Branchen Japans, die traditionell auf das Ausland ausgerichtet sind. Dazu gehören Fahrzeuge, Chemie, Elektro, Maschinenbau, Medizintechnik und Pharmazeutika. In den gleichen Bereichen glänzt auch die deutsche Wirtschaft. Schon im vergangenen Jahr wuchsen die Exporte nach Japan um 9,2% auf 2,9 Bill Yen (23 Mrd Euro). "Angesichts der leichten weltweiten Konjunkturschwäche tritt das Abkommen zu einem guten Zeitpunkt in Kraft", so Schürmann.

Verbesserte Absatzchancen ergeben sich auch in der Auto- und Automobilzulieferindustrie durch eine Angleichung an internationale Standards für Produktsicherheit und den Verzicht auf erneute Tests und Zertifizierungen für EU-Exporte. "Vorteil Deutschland" heißt es auch bei Maschinen. Japanische Hersteller produzieren vermehrt in der Heimat und errichten dort neue Fabriken mit hohem Automatisierungsgrad. Auch fallen die Zölle auf Chemieprodukte, Kunststoffe und Kosmetik weg.

Die AHK sieht in der raschen Ratifizierung des Abkommen ein wirtschaftspolitisches Signal. "In Zeiten der Handelskonflikte erweist sich Japan als wichtiger und verlässlicher Wertepartner für den regelbasierten Freihandel", betonte Schürmann. Nationalen Alleingängen setze Tokio mehr Multilateralismus entgegen und engagiere sich dafür international, etwa beim kommenden G20-Gipfel Ende Juni in Osaka. Der jüngste Beweis sei die japanische Anerkennung der EU-Datenschutzrichtlinien. Daher komme dem Engagement der deutschen Wirtschaft noch eine weitere strategische Bedeutung zu, resümiert der AHK-Chef.

Auch der BDI zeigt sich vom Erfolg überzeugt. ?Das mit Abstand größte Freihandelsabkommen der EU ist ein wirtschaftlicher und politischer Meilenstein in weltwirtschaftlich unsicheren Zeiten", wird Stefan Mair, Mitglied der Hauptgeschäftsführung, zitiert. Europa müsse "jetzt Kurs halten" und dürfe weitere Handels- und Investitionsschutzverträge nicht scheitern lassen. Das Europäische Parlament sollte am 13. Februar für die Singapur-Abkommen stimmen, mahnt Mair.

zurück zur Übersicht