Nachrichten für Außenhandel (NfA)

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Welt: Kollateralschäden und Verwerfungen

Erscheinungsdatum Website: 09.01.2019 16:06:14
Erscheinungsdatum Publikation: 10.01.2019

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Weltbank senkt die globale Prognose

WASHINGTON (AFP)--Die Konfrontation zwischen den USA und China droht nach Einschätzung der Weltbank die konjunkturelle Großwetterlage zu verdüstern. "Die Weltwirtschaft steckt in einer schwierigen Phase", sagte Ökonom Ayhan Kose der AFP. "Der Himmel verdunkelt sich, und wir sehen eine weltweite Abschwächung, die Risiken steigen." Noch sei das globale Wachstum robust, "doch ob ein Sturm aufzieht oder es sich aufklärt, hängt im hohen Maße davon ab, wie die Politik reagiert".

Mit Blick auf die Handelsspannungen betonte Kose, dass die Volksrepublik und die USA gemeinsam für 40% der weltweiten Wirtschaftsleistung und rund 20% des Welthandels stünden. "Wie sie ihre Differenzen überwinden, wird sehr bedeutend dafür sein, wie sich die globale Wirtschaft in diesem Jahr entwickelt." Nach Einschätzung der Weltbank hat der seit Monaten schwelende Disput bereits jetzt zu Kollateralschäden und Verwerfungen auch abseits der beiden größten Volkswirtschaften geführt.

In ihrem aktuellen Ausblick gehen die Ökonomen nun von einem globalen Wachstum von 2,9% in diesem Jahr aus - 0,1 Punkte weniger als zuletzt. Für 2020 erwarten sie 2,8%. Dabei wurde die Prognose für beinahe alle Regionen abgesenkt. Für die USA erwartet die Weltbank ein Abschwächen des Wachstums von 2,9% 2018 auf 2,5 in diesem und 1,7% im nächsten Jahr. Für China werden jeweils 6,2% erwartet. Deutlich abgesenkt wurden die Vorhersagen auch für Schwellenländer wie Mexiko, Südafrika und Russland, sowie für die Türkei und Argentinien.

Der internationale Handel sei in der Vergangenheit nicht nur ein Wachstumsmotor, sondern auch eine "treibende Kraft" bei der Reduzierung von Armut gewesen, so Kose. Die Hoffnung der Weltbank sei deshalb, "dass diese Unstimmigkeiten gelöst werden".

In Beijing gingen indes die mehrtägigen Beratungen zur Beilegung des Handelskonflikts zu Ende. Die Gespräche seien gut verlaufen, sagte ein Mitglied der US-Delegation, der Staatssekretär für Handel und auswärtige Agrar-Angelegenheiten Ted McKinney, vor der Rückreise nach Washington. Die Reise sei "gut für uns" gewesen. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums bestätigte das Ende der Gespräche, ohne auf Fragen nach Einzelheiten einzugehen. Details würden zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht. Wenn das Ergebnis gut sei, nütze dies nicht nur den USA und China, sondern sei auch "eine gute Nachricht für die Weltwirtschaft", verlautete aus Beijing.

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