Nachrichten für Außenhandel (NfA)

Teaserbild 'Nachrichten für Außenhandel (NfA)'

"Nachrichten für Außenhandel (NfA)" – die einzige deutschsprachige Tageszeitung für die gesamte Außenwirtschaft bietet einen schnellen und strukturierten Überblick über die wichtigsten Entwicklungen auf den internationalen Wachstumsmärkten.

Die NfA liefert hochwertige und praxisrelevante Hintergrundinformationen, ausführliche Analysen und Bewertungen -  deutlich umfassender als in der Wirtschaftstagespresse. Im Fokus stehen die deutschen Exportbranchen mit Schwerpunkt auf Investitionsgütern

Europa: "Vorgaben müssen Raum für Wachstum lassen"

Erscheinungsdatum Website: 07.09.2017 16:55:07
Erscheinungsdatum Publikation: 08.09.2017

zurück zur Übersicht

Kritik an der EU / VCI zieht aber eine positive Bilanz

FRANKFURT (NfA)--Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat mehrheitlich für eine erhebliche Verschärfung des europäischen Energieeinsparziels für 2030 gestimmt. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) sieht darin ein falsches Signal für die weitere wirtschaftliche Erholung in Europa. Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann: ?Die neue Einsparvorgabe von 40% für 2030 kann abhängig von der konjunkturellen Entwicklung zu einer Wachstumsbremse werden. Branchen wie die Chemie nutzen Energie auch für die Herstellung von Produkten, die gerade in Zukunft benötigt werden, um in anderen Sektoren der Wirtschaft CO2-Emissionen einzusparen.?

Mit einer Verschärfung des Energieeinsparziels nähme Brüssel die Möglichkeit in Kauf, so Tillmann, dass diese nicht mehr in Europa hergestellt werden könnten. Die Europäische Kommission hatte bereits eine Anhebung des Energieeffizienzziels auf 30% vorgeschlagen - derzeit gelten noch 27%. Tillmann hält dagegen, der europäische Emissionshandel garantiere, dass Branchen wie die Chemie ihre Klimaschutzziele sicher erreichten und damit auch Energie effizienter nutzten. Ein höheres Einsparziel sei deshalb nicht nötig. ?Gleichzeitig treibt jeder Prozentpunkt einer Verschärfung der Energieeinsparvorgaben die Kosten für die energieintensive Produktion in Europa in die Höhe und schadet so unserer Wettbewerbsfähigkeit?, betonte der VCI-Hauptgeschäftsführer. Energieeffizienzvorgaben müssten auch Raum für zukünftiges Wachstum erlauben, stellte er klar.

Zuvor hatte der VCI eine positive Bilanz für das 2. Quartal gezogen. Der Umsatz in Deutschlands drittgrößter Branche legte demnach vor allem dank steigender Preise deutlich zu. Die Kapazitätsauslastung der Chemieanlagen war den Angaben zufolge mit 86,9% das zweite Mal in Folge überdurchschnittlich hoch. Das Inlandsgeschäft der Branche entwickelte sich unter anderem aufgrund der guten Baukonjunktur positiv. Noch dynamischer wuchsen die Verkäufe ins Ausland. Vor allem in Europa, dem wichtigsten Markt der Branche, waren Chemikalien und Pharmazeutika begehrt. Auch die Nachfrage aus Asien stieg laut VCI kräftig.

Präsident Kurt Bock sagte zur konjunkturellen Lage: ?Die Chancen stehen gut, dass die deutschen Unternehmen auch in der 2. Jahreshälfte ordentliche Geschäfte machen. In Europa hellt sich die Lage weiter auf: Die Industrie befindet sich im Aufschwung, dadurch steigt die Nachfrage nach Chemikalien. Auch in Deutschland geht es weiter aufwärts.?

Der Verband geht für das laufende Jahr weiterhin von einer Erhöhung der Chemieproduktion um 1,5% aus. Durch einen starken Preisanstieg um 3,5% könne der Branchenumsatz um 5% auf 193,9 Mrd EUR zulegen, hieß es in Frankfurt. Allerdings ist die Produktion im 2. Quartal gesunken. Der VCI begründet dies mit "einem Dämpfer im Pharmageschäft in Deutschland und den USA". Ohne diesen Sektor sei im Quartalsvergleich ein Plus verzeichnet worden.

Der Branchenumsatz erhöhte sich erneut. Die Erlöse stiegen gegenüber dem Vorquartal um 1,6% auf 46,9 Mrd EUR. Im Vergleich zum Vorjahr betrug die Zunahme gar 7,1%. Sowohl das Inlands- als auch das Auslandsgeschäft konnten zulegen.

oxx/NfA/8.9.2017

zurück zur Übersicht