Finanz- und Wirtschaftsspiegel

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EZB-Ratsmitglied Bonnici sieht Gefahr einer Abwärtsspirale
Erscheinungsdatum Website: 18.05.2012 14:55:02
Erscheinungsdatum Publikation: 21.05.2012
FRANKFURT (Dow Jones)--EZB-Ratsmitglied Josef Bonnici hat davor gewarnt, dass sich die wirtschaftliche Lage in der Eurozone durch die Sparpolitik weiter verschlechtern könnte. Trotz allem sei es "unvermeidlich", die Neuverschuldung in angeschlagenen Mitgliedsländern abzubauen. "Unter diesen Umständen, bleibt das Risiko einer Abwärtsspirale." Schwächeres Wachstum führe zu geringeren Steuereinnahmen, was wiederum die Neuverschuldung nach oben treibe, sagte der Notenbanker laut Redemanuskript bei einer Konferenz. Er ist gleichzeitig Gouverneur der Zentralbank Maltas.
Weitere Strukturreformen seien in den betroffenen Staaten gegenwärtig nur schwer durchzusetzen, räumte Bonnici ein. "Es braucht Zeit, damit die Beschlüsse zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in der Realwirtschaft ankommen und schließlich auch zu höherem Wachstum führen." Um die extreme Überschuldung schnell zu drücken, braucht es nach Einschätzung des Währungshüters eine scharfe Sparpolitik, die die Dynamik der Wirtschaft kurzfristig bremst. "Mit anderen Worten, das Leid der Sparpolitik kommt unmittelbar, während sich die Gewinne erst nach einer gewissen Zeit einstellen."
Die Spannungen auf den Märkten für Staatsanleihen seien trotz großer Reformen "eindeutig noch nicht überwunden". Bonnici lobte den Reformkurs in Spanien und Italien und auch in Irland und Portugal. Die beiden letztgenannten Länder seien bei den mit den internationalen Kreditgebern vereinbarten Anpassungen "in der Spur".
Der Notenbanker sagte in seiner Rede außerdem, dass die Dreijahrestender der EZB dazu beigetragen hätten, die Kreditvergabe an die Privatwirtschaft und auch die Staatspapier-Anlagen der Banken zu stabilisieren.
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