Finanz- und Wirtschaftsspiegel

Der Newsletter "Finanz- und Wirtschaftsspiegel" informiert täglich über die Aktivitäten der internationalen Zentralbanken mit Schwerpunkt auf die Europäische Zentralbank, die Federal Reserve und die Bank of Japan.
Europas Börsen schließen nach vier Gewinntagen knapp behauptet
Erscheinungsdatum Website: 28.07.2010 19:40:02
Erscheinungsdatum Publikation: 29.07.2010
FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Börsen haben die Serie von vier Gewinntagen in Folge nicht fortgesetzt und den Handel am Mittwoch leicht im Minus beendet. "Mit dem Stresstest der europäischen Banken floss wieder Geld in den Euroraum", so ein Händler. Dies sei auch am Euro zu erkennen, der sich nahe von 1,30 USD halten kann. Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,1% bzw 3 Punkte auf 2.766, der Stoxx-50 gab um 0,1% bzw 3 Punkte auf 2.497 nach.
Am Nachmittag kamen belastende Nachrichten aus den USA. Der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter war gegenüber dem Vormonat um 1% zurückgegangen, die Erwartung lag dagegen bei einem Plus von 1,1%. Die Zahlen sind nach Einschätzung der Helaba enttäuschend und künden von der verringerten Erholungsdynamik der US-Industrie.
Am Abend steht noch das Beige Book auf dem Programm. Die lose Sammlung von Eindrücken zu Inflation und Wachstum in den Distrikten des Federal-Reserve-Systems dient der US-Notenbank der Vorbereitung ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung im August.
"Die Zahlen für das zweite Quartal entsprechen mehr oder weniger den Erwartungen, der Ausblick für das dritte Quartal ist aber eine absolute Enttäuschung", sagte ein Händler mit Blick auf den Unternehmensbericht von Arcelor Mittal. Das vom Stahlunternehmen für das dritte Quartal in Aussicht gestellte EBITDA von 2,1 Mrd bis 2,5 Mrd USD ist dem BHF-Bank-Analysten Herman Reith zufolge niedriger als erwartet. Es zeige, dass saisonale Abschwächungseffekte und Preisveränderungen gravierender sein könnten als viele erwartet hätten. Die Aktie verlor 2,1 auf 24,20 EUR.
"Hinsichtlich des operativen Verlusts deutlich besser als befürchtet, mit Blick auf den Umsatz klar über den Erwartungen", kommentierte ein Händler die Zahlen von Air France-KLM für das erste Quartal. Die französisch-niederländische Fluggesellschaft hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 unter anderem von steigenden Passagierzahlen profitiert und wieder schwarze Zahlen geschrieben. Gestützt wurde das Ergebnis auch von einem Gewinn von 1 Mrd EUR aus dem Börsengang des Reservierungssystems Amadeus.
Wie andere Fluggesellschaften war auch Air France-KLM im April von den Flughafensperrungen wegen der Aschewolke aus Island betroffen. Die Belastungen im Zusammenhang damit bezifferte die Gesellschaft auf 158 Mio EUR. Die Aktie legte um 1% auf 11,07 EUR zu.
Sehr gut kamen die Zahlen von LVMH bei den Analysten von J.P. Morgan an. Besonders beeindruckend sei der organische Umsatzanstieg um 15% im zweiten Quartal, heißt es. Im wichtigen Geschäft mit Mode und Lederwaren habe sich die Dynamik nach einem Plus von 10% im Auftaktvierteljahr sogar auf eine Zunahme um 18% im zweiten Quartal beschleunigt. Diese Entwicklung bringe LVMH näher an den Klassenprimus Hermès heran, dessen Ledersparte organisch um 23% zugelegt habe.
"Das zeigt, dass das Umsatzmomentum im Luxusgütersegment nicht nur vom Lageraufbau getragen wird, wobei die etabliertesten Marken weiter die Nase vorne haben." Vor dem Hintergrund der Entwicklung im zweiten Quartal haben die Analysten von J.P. Morgan ihre EBIT-Schätzungen für die Geschäftsjahre 2010 und 2011 um 8% respektive 5% angehoben. Die Aktie legte um 0,4% auf 92,65 EUR zu.
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