Finanz- und Wirtschaftsspiegel

Der Newsletter "Finanz- und Wirtschaftsspiegel" informiert täglich über die Aktivitäten der internationalen Zentralbanken mit Schwerpunkt auf die Europäische Zentralbank, die Federal Reserve und die Bank of Japan.
Europas Börsen schließen freundlich
Erscheinungsdatum Website: 27.07.2010 19:05:02
Erscheinungsdatum Publikation: 29.07.2010
FRANKFURT (Dow Jones)--Freundlich haben die Börsen in Europa am Dienstag geschlossen. Sie setzten damit ihre Aufwärtsbewegung fort, wobei die Gewinne im Bankensektor hervorstachen. Der vom Conference Board erhobene US-Verbrauchervertrauensindex, der sich im Juli deutlich von 54,3 auf 50,4 Punkte abgekühlt hatte und damit stärker als erwartet zurückgegangen war, belastete allerdings etwas.
Der Euro-Stoxx-50 kletterte um 1,0% oder 26 Punkte auf 2.769, der Stoxx-50 legte um 0,7% oder 17 Punkte auf 2.501 zu. Charttechnisch liegt der nächste Widerstand für den Euro-Stoxx-50-Index im Bereich von 2.800 Punkten. Unterstützung findet sich auf dem Niveau von 2.700 Punkten.
Mit 4,7% Aufschlag konnten die Bankenwerte deutlich gewinnen. Die Ergebniskennziffern der Deutschen Bank zum zweiten Quartal 2010 übertrafen die Erwartung von Bernstein Research deutlich. Vor allem die Verbesserung in den "stabilen Geschäftsfeldern", also im Transaction Banking und im Privat- und Geschäftskundenbereich (PBC), wurde von den Analysten begrüßt. Die Aktie stieg um 4,5% auf 52,64 EUR.
Auch für UBS war Bernstein Research voll des Lobes: Dank eines starken Investmentbankings hatte die Bank die Erwartung im zweiten Quartal 2010 übertroffen. Der Umsatz im Aktienhandel legte um 9% im Vergleich zum ersten Quartal zugelegt, während die Analysten mit einem Minus von 27% gerechnet hatten. Offenbar sei der UBS die Trendwende im Investmentbanking gelungen, hieß es. Mit 11,2% auf 17,46 CHF rückte das Schweizer Papier deutlich vor.
Als positiv für die europäischen Banken insgesamt bewertete ein Händler die am Vorabend gefassten Beschlüsse zu "Basel III". "Es gibt ein gewisses Entgegenkommen beim Kernkapital sowie komfortable Übergangsfristen", sagte er. Davon profitierten besonders die französischen Kreditinstitute. Hier stiegen Credit Agricole um 10,1% auf 10,63 EUR und Societe Generale um 10,6% auf 43,23 EUR.
Die lange vernachlässigten Versorgeraktien legten um 0,9% zu. Ein Marktteilnehmer sprach von Forschungspotenzial, das angesichts des vorausgelaufenen Gesamtmarktes nun ausgelotet werde. Auch dass der französische Versorger Electricite de France (EDF) Kreisen zufolge zwei Offerten für sein britisches Stromnetz erhalten hat, lenkte die Aufmerksamkeit wieder auf den Sektor. Die Offerten lägen bei mehr als 5 Mrd GBP, hieß es. "Das wird zwar seit langem erwartet, wäre aber etwas mehr als gedacht" meinte ein Händler. EDF gewannen 2,1% auf 32,24 EUR.
Mit einem Abschlag von 0,9% blieben die Technologiewerte hinter dem Gesamtmarkt zurück. SAP verloren dabei 2,2% auf 36,43 EUR. Die Quartalszahlen seien zwar positiv zu bewerten, meinte Analyst Stephan Wittwer von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Für Enttäuschung sorgte jedoch der Ausblick des Konzerns, da die operative Marge für das Geschäftsjahr bei 30% bis 31% belassen wurde. "Viele Marktteilnehmer hatten auf eine Erhöhung spekuliert", meinte Wittwer.
Mit 2,4% Abschlag mussten die Automobilwerte merkliche Abgaben hinnehmen. Trotz eines erfreulichen Zwischenberichts standen Daimler mit Abschlägen von 4,2% auf 41,34 EUR auf der Verliererseite. Die neue Prognose eines Konzern-EBIT von 6 Mrd EUR liege über der Konsens-Schätzung von 5,4 Mrd EUR, so ein Händler. Der Markt habe aber mit hochgesteckten Erwartungen der Veröffentlichung entgegen gesehen, so dass die Zahlen zu Gewinnmitnahmen genutzt worden seien.
Die Nahrungsmittelwerte gaben mit 2% Abschlag ebenfalls deutlich nach. Hier standen Danone mit minus 4,2% auf 44,36 EUR sichtlich im Minus. Die Ergebnisse für das erste Halbjahr bewegten sich im Rahmen der Erwartungen, doch die Margen hätten die Prognosen verfehlt, monierten die Analysten von Nomura. Zudem sei der Ausblick für die Margenentwicklung nicht angehoben worden. Darüber hinaus habe die Aktie den Gesamtmarkt zuletzt deutlich übertroffen und sei gleichzeitig höher bewertet als Wettbewerber wie Nestle oder Unilever, ergänzte ein Händler.
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