Russland Aktuell

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Moskau plant größte Privatisierungswelle seit 1990er Jahren

Erscheinungsdatum Website: 26.07.2010 19:15:03
Erscheinungsdatum Publikation: 27.07.2010

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MOSKAU (Dow Jones)--Russland steht vor der größten Privatisierungswelle seit den 1990er Jahren. Durch den Verkauf von Minderheitsanteilen an Staatsunternehmen wolle man bis zu 30 Mrd USD einnehmen, erklärte das russische Finanzministerium am Montag. Laut russischen Medienberichten könnten Anteile am staatlichen Ölkonzern Rosneft, an den Banken Sberbank, VTB Group und Rosselkhozbank, am Wasserkraftkonzern RusHydro und am staatlichen Eisenbahnkonzern Russian Railways (RZD) veräußert werden. Anders als in den 1990er Jahren will Moskau jedoch die Kontrolle an den Staatsunternehmen behalten. Mindestens 50% der Anteile sollen im Staatsbesitz verbleiben.

Das Finanzministerium bestätigte, dass die Pläne bald Thema einer Kabinettssitzung sein werden. Noch stehe nicht fest, welche Anteile zum Verkauf stünden, erklärte das Ministerium weiter. Es gebe eine Liste, doch handele es sich dabei lediglich um Vorschläge, die noch nicht von der Regierung abgesegnet worden seien, sagte ein Ministeriumssprecher.

Medienberichten zufolge erwägt die russische Regierung auch den Verkauf des Pipelinebetreibers Transneft. Derzeit werden die Vorzugsaktien des Pipelinebetreibers zwar an der Börse gehandelt, doch sämtliche Stammaktien befinden sich in Staatsbesitz. Ein Transneft-Vertreter sagte Dow Jones Newswires jedoch, dass der Pipelinebetreiber bei einem Treffen vergangene Woche von der Liste der zu privatisierenden Unternehmen gestrichen worden sei.

Mit den Anteilsverkäufen will Russland seinen Haushalt sanieren. Das Finanzministerium erwartet zwar, dass das Haushaltsdefizit von rund 5% in diesem Jahr auf rund 2,9% in zwei Jahren schrumpfen wird. Allerdings könnten die Ausgaben im Vorfeld der für 2012 anberaumten Wahlen wieder steigern. Ministerpräsident Vladimir Putin hat gefordert, bis 2015 das Haushaltsdefizit zu beseitigen.

Im vergangenen Jahr hatte Russland eine Liste mit Privatisierungskandidaten vorgestellt. Auf dieser Liste standen aber keine bekannten Staatsunternehmen, sondern vor allem Häfen und Logistikunternehmen, die insgesamt mit 2,7 Mrd USD bewertet wurden. #

rus/rk/27.7.2010

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