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Neue dynamische Märkte, vor allem in den Boomregionen Asiens und Osteuropas, gewinnen für den deutschen Automobil- und Maschinenbau zunehmend an Bedeutung. 

Siemens-Gasturbinen sollen lokal produziert werden

Erscheinungsdatum Website: 11.07.2019 15:10:28
Erscheinungsdatum Publikation: 12.07.2019

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MOSKAU (ma)--Das Siemens-JV STGT plant den Abschluss eines sogenannten Sonderinvestitionsvertrags (SpIK) für die weitere Erhöhung des Lokalisierungsgrads der Produktion von Hochleistungs-Gasturbinen in Russland. Der deutsche Technologiekonzern will nach "Sputnik"-Informationen die komplette Fertigung in Russland lokalisieren. Der Konzern habe diesbezüglich bereits einen Antrag für den Abschluss des SpIK beim russischen Finanzministerium gestellt, heißt es weiter.

Laut dem Chef von Siemens-Russland, Alexander Liberow, soll der Zusammenbau der Gasturbinen auf der Basis des Joint Ventures von Siemens und des russischen Kraftanlagenbauer Silowyje Maschiny realisiert werden. Die Komponentenfertigung werde dabei komplett von den russischen Lieferanten übernommen, so Liberow. Er machte zugleich deutlich, dass es dem Unternehmen nicht um staatliche Finanzierung durch Russland gehe: ?Ein wichtiger Punkt ist, dass wir nicht um staatliche Finanzierung bitten, sondern bereit sind, unsere eigenen Mittel zu investieren. Darüber hinaus verlangen wir keine Steuer-oder Zollpräferenzen.?

Russland selbst verfügt derzeit noch über keine eigenen Produktionstechnologien für Gasturbinen mit einer minimalen Leistung von 110 MW.

Der russische Minister für Industrie und Handel, Denis Manturow, verwies zuvor darauf, dass die russische Nachfrage nach solchen Turbinen steigen werde, sodass die Beschaffung solcher Technologien und die Lokalisierung der Produktion für das Land wichtig seien.

Wie die russische Führung mehrfach betonte, besteht für Moskau das Hauptziel von Kooperationen in diesem Bereich darin, Technologien ins Land zu bringen, um von den politischen Herausforderungen unabhängig zu sein. Konkret heißt das, dass man nicht nur die Endmontage betreibt, sondern die lokale Komponentenproduktion erhöht und so den Import dafür sowie die daraus resultierende Abhängigkeit reduziert.

So versucht der Kreml die Produktionslokalisierung mit Förderinstrumenten wie dem eigens dafür entwickelten Sonderinvestitionsvertrag zu steigern. Dabei bietet das russische Industrieministerium unter der Voraussetzung ?Marktzugang im Tausch für Produktionslokalisierung? für zehn Jahre Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen, Steuervergünstigungen und gleichbleibende rechtliche Bedingungen. Die Investoren ihrerseits würden unter anderem den Transfer von Technologie sicherstellen. ma

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