Finanz- und Wirtschaftsspiegel

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Rehn sorgt sich um Glaubwürdigkeit der EZB - Lob für Lagarde

Erscheinungsdatum Website: 05.07.2019 17:55:02
Erscheinungsdatum Publikation: 08.07.2019

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FRANKFURT (Dow Jones)--Der finnische Notenbankchef Olli Rehn sorgt sich um die Glaubwürdigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB). Die stark gesunkenen Inflationserwartungen "verharren auf einem viel zu niedrigen Niveau", sagte Rehn, der auch EZB-Ratsmitglied ist, der Börsen-Zeitung. "Ich denke, wir können nicht abstreiten, dass es bei den Marktteilnehmern und der Öffentlichkeit Zweifel an der Fähigkeit der Zentralbank gibt, das Preisstabilitätsziel zu erreichen."

Deswegen sei es jetzt umso wichtiger, dass der EZB-Rat "sowohl in der Politikgestaltung als auch in der Kommunikation" sehr klar sei und seine Entschlossenheit und Fähigkeit zu handeln unterstreiche. "Wir sind falls nötig immer bereit und entschlossen, zu handeln und alle unsere Instrumente anzupassen oder zu nutzen", sagte Rehn der Zeitung und fügte hinzu: "Bei den nächsten Sitzungen werden wir die entsprechenden Entscheidungen treffen, um unser mittelfristiges Preisstabilitätsziel zu erreichen."

Die Nominierung von IWF-Chefin Christine Lagarde als EZB-Präsidentin begrüßte Rehn und wies Bedenken von Geldpolitikexperten und Volkswirten zurück, weil Lagarde weder Zentralbankerin noch Ökonomin ist. "Wir haben in der Krise in der 'Feuerwehr' der Eurozone zusammengearbeitet, und ich bin sicher, dass ihre breite und fundierte politische Erfahrung und ihre nachgewiesene Führungsrolle im IWF große Vorteile für das Eurosystem bringen werden", sagte er.

DJG/sha/bam/08.07.2019

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