Nachrichten für Außenhandel (NfA)

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"Nachrichten für Außenhandel (NfA)" – die einzige deutschsprachige Tageszeitung für die gesamte Außenwirtschaft bietet einen schnellen und strukturierten Überblick über die wichtigsten Entwicklungen auf den internationalen Wachstumsmärkten.

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Europa: Der Boom nähert sich seinem Ende

Erscheinungsdatum Website: 08.11.2018 16:05:36
Erscheinungsdatum Publikation: 09.11.2018

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Wachstumsprognose für den Euroraum gesenkt / Von Hans Bentzien

BRÜSSEL (Dow Jones)--Die EU-Kommission hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum des Euroraums im laufenden Jahr bestätigt, die für das nächste aber leicht gesenkt. Wie die Behörde im Rahmen ihrer Herbstprognose mitteilte, betrachtet sie eine Eskalation der Handelsspannungen, eine ungeordneten Brexit und eine unerwartet starke Straffung der US-Geldpolitik als Wachstumsrisiken. Für 2018 rechnet Brüssel jetzt mit einem Anstieg des BIP von 2,1 und für 2019 mit 1,9 statt bislang 2%. 2020 soll sich das Wachstum auf 1,7% weiter abschwächen.

Die Kommission geht davon aus, dass Europa seinen Wachstumshöhepunkt im aktuellen Zyklus überschritten hat, und dass sich nun wegen eines ungünstigeren außenwirtschaftlichen Umfelds moderatere Zuwachsraten einstellen werden. "Binnenwirtschaftlich wird die höhere Inflation die Realeinkommen der Haushalte belasten, obwohl die Löhne nun spürbarer steigen", heißt es. In mehreren Ländern werde das Wachstum auch von Kapazitätsengpässen gebremst.

Allerdings sieht die Kommission ein zunehmendes Risiko, dass die Wachstumsraten durchaus niedriger ausfallen könnten: "Sollten extensive neue Barrieren errichtet werden und sich ausbreiten, würde das den internationalen Handel und das Weltwirtschaftswachstum deutlich negativ beeinflussen", schreibt sie. Zudem sieht sie die Gefahr, dass die US-Notenbank ihre Geldpolitik stärker als derzeit erwartet strafft, und dass dies mit einem abrupten Ende der expansiven Finanzpolitik 2020 zusammenfällt. Vor dem Hintergrund der hohen Verschuldung der Unternehmen könnte dies einen starken Abschwung in den USA auslösen und die Wachstumsaussichten in vielen Teilen der Welt schwächen.

Deutschlands BIP-Prognosen senkte die Kommission von 1,9 auf 1,7 beziehungsweise von 1,7 auf 1,6%. Für 2020 prognostiziert sie ein BIP-Plus von 1,7%. Brüssel sieht die Gefahr, dass eine Eskalation des Protektionismus und steigende Finanzierungskosten in einigen Ländern dort zu einer sinkenden Investitionsnachfrage und damit niedrigeren deutschen Exporten führen könnten. Auch dürfte die Investitionsneigung in der Bundesrepublik selbst unter den globalen Unsicherheiten leiden.

Für Frankreich geht die Kommission von 1,7 in diesem und je 1,6% in den beiden Folgejahren aus. Sie rechnet damit, dass niedrigere Sozialabgaben in diesem Jahr den Konsum stützen werden und dass die Investitionen "dynamisch" bleiben. Der Außenhandel dürfte einen starken Wachstumsbeitrag liefern. 2019 und 2020 werde sich das Wachstum dann wegen des weniger günstigen außenwirtschaftlichen Umfelds etwas abschwächen.

Für Italien werden Zuwachsraten von 1,1, 1,2 und 1,3% erwartet. Die Behörde geht davon aus, dass das Wachstum im kommenden Jahr von einer Exporterholung und höheren öffentlichen Ausgaben gestützt wird und rechnet mit einer anhaltend moderaten Zunahme des privaten Konsums. Allerdings geht dies zulasten des Staatshaushaltes. Im nächsten Jahr werde sich das strukturelle Defizit von 1,75 auf 3% erhöhen, so die Vorhersage.

NfA/9.11.2018

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