Nachrichten für Außenhandel (NfA)

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Welt: Sorge um die Türkei und Argentinien

Erscheinungsdatum Website: 11.10.2018 16:15:07
Erscheinungsdatum Publikation: 12.10.2018

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Coface aktualisiert seine Länder- und Branchenbewertungen

MAINZ (NfA)--Gestiegene Ölpreise und anhaltende Kapitalabflüsse aus den Emerging Markets kennzeichnen in den Länder- und Branchenbewertungen von Coface das dritte Quartal. Der Kreditversicherer hat unter anderem viele Branchen in der Türkei und Argentinien herabgestuft. Während sich die Risiken in Osteuropa und den GUS-Staaten abschwächen, wurden Pakistan und Nicaragua nicht zuletzt wegen politischer Unsicherheiten herabgestuft.

In Argentinien und der Türkei verstärken sich die Währungskrisen. Beide Länder sind ohnehin geschwächt durch ihre Negativsalden und hängen von externer Finanzierung ab. Vor dem Hintergrund sich schnell verschärfender Kreditkonditionen hat Coface sechs Branchen in Argentinien herabgestuft. Sie sind besonders von der schwachen Konjunktur und Wirtschaftsaktivität - Coface rechnet mit einem Negativwachstum von 2,4% - betroffen. In ?hohes Risiko? gerankt wurden Automobil, Transport, Papier und Chemie. Sogar in ?sehr hohes Risiko? eingestuft sind jetzt IKT und Textil.

Auch in der Türkei haben die Analysten eine Reihe von Branchen herabgestuft: Automobil, Papier und Holz hauptsächlich aufgrund der schwachen Inlandsnachfrage in ?hohes Risiko? sowie den Energiesektor in ?sehr hohes Risiko?. Die Energiebranchen sind wegen der hohen Investments besonders anfällig für Währungsrisiken. Die ebenfalls erfolgte Herabstufung des Metallsektors in ?sehr hohes Risiko? begründet Coface unter anderem mit den Auswirkungen weiterer US-Maßnahmen gegen die Türkei.

Andere aufstrebende Länder wie Südafrika, Brasilien, Indien und Indonesien sind der Untersuchung zufolge besonders anfällig für Risiken, die mit Kapitalabflüssen einhergehen. Dabei kommen dieselben Faktoren wie in der Türkei und Argentinien zum Tragen: entwickelte Kapitalmärkte, Leistungsbilanzdefizite und schwierige politische Verhältnisse. Allerdings ist das Ansteckungsrisiko geringer, weil die ?Dollarisierung? weniger ausgeprägt ist und die Währungsreserven in diesen Ländern recht hoch sind.

Einige der kleineren Emerging Markets müssen nach Ansicht der Coface-Analysten ebenfalls beobachtet werden. In diesem Quartal wurden die Länderbewertungen von Pakistan und Nicaragua nach unten korrigiert. Beide sind jetzt in der Kategorie D. Pakistan steht vor der Zahlungsunfähigkeit und erlebt eine harte Abwertung der Rupie. Nicaragua steckt weiter in einer politischen Krise.

Im Gegensatz dazu verbessern sich die Unternehmensrisiken in Osteuropa und den GUS-Staaten. Die Bewertung für Kroatien wurde um eine Note auf A4 angehoben. Das Land unterliegt nicht mehr den EU-Maßnahmen zur Defizitbegrenzung und profitiert von einer lebhaften Konsumnachfrage. Die Slowakei (A2) verbucht weniger Unternehmensinsolvenzen und verstärkte Investitionen in die Automobilindustrie. Armenien wurde in die Kategorie C heraufgestuft. Das Land spürt die wirtschaftliche Erholung Russlands, wohin 25% der Exporte gehen.

oxx/NfA/12.10.2018

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