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Neue dynamische Märkte, vor allem in den Boomregionen Asiens und Osteuropas, gewinnen für den deutschen Automobil- und Maschinenbau zunehmend an Bedeutung. 

GM schließt wichtiges Werk in Südkorea

Erscheinungsdatum Website: 13.02.2018 15:00:02
Erscheinungsdatum Publikation: 14.02.2018

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NEW YORK (Dow Jones)--General Motors hat angekündigt, im Mai ein Werk in Südkorea zu schließen. Der US-Autobauer will sich zudem mit Gewerkschaftsvertreter auf weitere Maßnahmen zur Kostensenkung einigen, um die Verluste einzudämmen.

Der Schritt erfolgt im Zuge einer umfassenden weltweiten Restrukturierung. GM-Chefin Mary Barra hatte bereits unrentable Geschäftsteile in Indien, Russland, Westeuropa und Südostasien geschlossen, verkleinert oder verkauft. Zweifelsohne wird der größte US-Autohersteller immer abhängiger von seinen Aktivitäten in China, wo er heute weitaus mehr Fahrzeuge verkauft als in jedem anderen Land. Weltweit gesehen rangiert GM nach Absatzzahlen an vierter Stelle hinter Volkswagen, Toyota und der Allianz von Nissan und Renault.

Von der Schließung eines Werks in der Küstenstadt Gunsan, das 2017 nur rund 7% der 520.000 von GM Korea produzierten Fahrzeuge gebaut hat, sind etwa 2.000 Mitarbeiter betroffen. Die Schließung wird zu einer Belastung von 850 Mio US-Dollar führen. GM hat noch drei weitere Fabriken in Südkorea. Der Autobauer bekräftigte, an den Geschäften in dem Land festhalten zu wollen. Die Werksschließung sei aber ein "erster Schritt" einer umfassenden Restrukturierung.

Südkoreas Regierung bedauert die Entscheidung, hält an weiteren Gesprächen mit GM aber fest. Seoul fordert nunmehr von der staatlichen Korea Development Bank (KDB), die 17% an GM Korea hält, die Arbeit des Managements der vergangenen Jahre bei der GM-Tochter zu überprüfen. Laut südkoreanischen Medien hatte GM von Seoul Unterstützung in Form von Steuerrabatten gefordert oder wenigstens die Beteiligung der KDB an einer geplanten Kapitalerhöhung. Regierungsvertreter wollten sich nicht äußern.

GM hat mehrere turbulente Jahre mit stürmischen Beziehungen zur Gewerkschaft hinter sich, in der die meisten der rund 16.000 Arbeitnehmer des Autoherstellers organisiert sind. Die Werke in Südkorea produzieren vor allem für den Export in Dutzende von Ländern - darunter den Buick-SUV für US-Händler.

Der Autobauer will sich nun mit der Gewerkschaft und Regierungsvertretern zusammensetzen, um das Geschäft auf neue Füße zu stellen. GM verlangt wohl Zugeständnisse der Belegschaft und staatliche Anreize, um die operativen Kosten eindämmen zu können. GM-Präsident Dan Ammann erklärte, sein Konzern habe die eigene Position der Gewerkschaft und der Regierung unterbreitet, schwieg sich zu Details aber aus.

Er klagt, dass südkoreanische Fabriken eine zu hohe Kostenbasis hätten, um profitabel betrieben werden zu können. Zugleich beteuert er aber, dass ein Verbleib in Südkorea für ihn das "präferierte Szenario" sei. Die Belastungen, zu denen auch rund 375 Mio Dollar für Ausgaben zur Bezahlung von Mitarbeitern gehören, werden Ende des zweiten Quartal verbucht, wie GM mitteilte.

GM versuchte in den vergangenen Jahren energisch, das Ruder in Asien herumzureißen. Außerhalb Chinas schreibt der Konzern rote Zahlen. Zumeist kehrt GM bestehenden Märkten den Rücken zu, selbst solchen, auf denen er schon lange vertreten war. Im Vorjahr zog sich GM bereits aus Indien zurück und ist damit einer der wenigen Autobauer, der diesen Wachstumsmarkt künftig beiseite lässt. Zudem ging GM aus Thailand, Indonesien und Australien weg oder schraubte das dortige Geschäft zumindest erheblich zurück.

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