Finanz- und Wirtschaftsspiegel

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Spitzen-US-Notenbanker ist offen für weniger expansive Geldpolitik

Erscheinungsdatum Website: 11.10.2017 13:55:04
Erscheinungsdatum Publikation: 12.10.2017

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NEW YORK (Dow Jones)--Ein einflussreicher Währungshüter der US-Notenbank Fed sieht die Wirtschaft seines Landes auf dem Weg in die Vollbeschäftigung. Der Chef der Fed in Dallas, Robert Kaplan, fordert trotzdem eine geduldige und graduelle Gangart seines Hauses bei der Rücknahme von monetären Stimuli. Er sei offen für einen weiteren Abbau der die Wirtschaft stützenden Maßnahmen auf künftig anstehenden Fed-Treffen. Die Notenbanker stünden dabei aber nicht unter Zeitdruck, da "das Wirtschaftswachstum uns nicht davonlaufen wird".

Als stimmberechtigtes Mitglied im Offenmarktausschuss der Fed hat er für beide Zinsanhebungen in diesem Jahr votiert. Zuletzt drehten die Währungshüter nicht an der Zinsschraube, aber bereits auf dem nächsten Treffen im Dezember könnte die Fed ihren Zinserhöhungszyklus wieder aufnehmen.

Internet dämpft Preisentwicklung

Kaplan will genau beobachten, wie sich die Lage am Arbeitsmarkt entwickelt und ob die Inflationsrate demnächst näher an das Fed-Ziel von 2 Prozent heranrückt. Das US-Verbrauchervertrauen sei robust, das Geschäftsklima stark und die Wirtschaft strebe in Richtung Vollbeschäftigung. Aus strukturellen Gründen - wie etwa von technischen Fortschritten ausgehenden Verwerfungen - schaffe die Wirtschaft derzeit das Inflationsziel nicht.

Kaplan verwies auf die Taxi-Apps Lyft und Uber als Beispiele. Der Erfolg beider Firmen drücke die Fahrtkosten und Einkommen der Taxifahrer nach unten. Das Internet habe auch ähnliche Spuren bei Autohändlern hinterlassen, wo Onlineverkäufe die Provisionen tendenziell verringerten. Von daher sei es verkehrt, zu lange auf Zeichen eines Inflationsschubs zu warten.

DJG/DJN/axw/sha

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