Finanz- und Wirtschaftsspiegel

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Dena macht Stromkonzernen Hoffnung auf mehr Einnahmen

Erscheinungsdatum Website: 10.10.2017 17:00:03
Erscheinungsdatum Publikation: 11.10.2017

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BERLIN (Dow Jones)--Die staatlichen Energieexperten der Deutschen Energieagentur betrachten für den Erfolg der Energiewende die Einführung von Prämien für Kraftwerke als notwendig. In einer neuen Leitstudie äußern die Fachleute deutliche Zweifel, ob das deutsche Marktsystem in Zukunft die Versorgungssicherheit sicherstellen kann. "Es stellt sich daher die Frage (...), ob mittelfristig alternative Finanzierungskonzepte zur bestehenden Netz- und Kapazitätsreserve entwickelt werden müssen", heißt es in der Untersuchung.

Der Bedarf an gesicherter Stromleistung verdoppelt sich demnach beinahe, da der Stromverbrauch steigt. Ab 2020 müssen deshalb aus Dena-Sicht hierzulande wieder neue Gaskraftwerke gebaut werden.

Die abgewählte Große Koalition hatte sich zum Unmut der Versorger gegen die Einführung der Prämien für das Vorhalten von Kraftwerken entschieden. Die Turbinen sollen hingegen durch Preisspitzen am Markt ihr Geld verdienen.

Die Dena hält es gleichfalls für notwendig, dass ein weiterer Hoffnungsträger der Stromkonzerne in der Praxis eingeführt wird. Deutschland müsse dafür sorgen, dass weltweit Märkte für Brenngas aus Ökostrom entstehen (Power-to-Gas). Damit könnte die Energie über Elektrolyse in dem Gas gespeichert werden und bei Bedarf über die Verbrennung wieder in Strom verwandelt werden. Noch ist das Verfahren sehr teuer, aber die Konzerne forschen intensiv an der Nutzung.

Als Wermutstropfen für die Branche fordert die Dena ein beschleunigtes Aus für die Kohleverstromung, um die ambitionierten Klimaziele 2020 zu erreichen. "Ohne einen beschleunigten Kohleausstieg wird mit Blick auf 2020 nicht viel zu holen sein", sagte Dena-Chef Andreas Kuhlmann.

Deutschland hat sich im Pariser Klimaabkommen international verpflichtet, bis zur Mitte des Jahrhunderts weitgehend auf die Verbrennung von Kohle, Gas und Öl zu verzichten. Die nächste Bundesregierung muss aus Kuhlmanns Sicht dringend das Fördersystem der Erneuerbaren reformieren. "Ich glaube, dass dieser Dschungel aus Abgaben und Umlagen innovationsfeindlich ist und dringend überarbeitet werden muss", verlangte Kuhlmann.

DJG/chg/sha

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